Annuaire boutique
Librairie Lis-Voir
PriceMinister
Amazon
Fnac

 
     




 

 

 

 

D.R.
ZUR SYNCHRONGESCHICHTE IN DEUTSCHLAND BIS 1970 (Teil 1)
Von Norbert APING

La Gazette du doublage is proud and honoured to open its pages to an original text of German cinema and dubbing historian Norbert Aping.

Born in 1952, Mr Aping is a specialist of Laurel & Hardy. He’s the author of Das Dick und Doof Buch (Schüren Verlag, Marburg, 2004) and a specialist of german dubbing.

The subject of his latest book is Atoll K, the final entry in the Laurel & Hardy series. Please note that a french version of this text will be published as soon as possible.



Die Geschichte der Sprachsynchronisation beginnt eigentlich ohne Sprache. Noch vor dem Beginn der Tonfilm-Zeit bemühte man sich, Ton an Stummfilme zu legen. Technisch war dies ein bedeutender Schritt, da eine Tatsache standardisiert wurde : Stummfilm hieß nicht, die Filme stumm vorzuführen. Sie wurden vielmehr im Kino musikalisch begleitet, wobei der Rahmen, in dem dies geschah natürlich völlig unterschiedlich ausfallen konnte, je nach Budget und wirtschaftlicher Bedeutung eines Filmes. So spielte entweder ein großes Orchester oder ein Film wurde „nur“ mit dem Klavier, vielleicht auch mit einer großen Kino-Orgel begleitet. Verwendet wurden dazu häufig so genannte Programm-Musiken, die auf bestimmte Situationen des Films zugeschnitten waren, um die Atmosphäre des Streifens zu unterstützen.

D.R.Das Live-Musizieren war natürlich ein großer Aufwand, den man bald versuchte, durch technische Maßnahmen wirtschaftlich rationell zu gestalten. Ein Ergebnis dieser Standardisierung waren die so genannten glass discs. Solche Schallplatten enthielten Musik und Geräuscheffekte zum jeweiligen Film und konnten parallel, möglichst synchron abgespielt werden. Auf dem Weg zu reinen Tonfilm, der Sprache, Geräusche und Musik mit dem aufgenommenen Bild vereinen konnte, legte man aber auch schon Musik und Geräusche zum Film an und vertonte in der frühen Tonfilm-Zeit auf diese Weise Stummfilme nach. Es fehlte also nur noch die Sprache. Somit war der Schritt, Tonspuren komplett zu ersetzen und damit eine vollständige Synchronisation herzustellen, wie wir sie heute kennen, technisch nicht mehr allzu groß.

Die Notwendigkeit, sich mit der Sprachsynchronisation ernsthaft auseinander zu setzen, war mit dem Aufkommen der ersten Tonfilme in der Welt. Film war von Beginn an ein Produkt, dass möglichst international vermarktet werden sollte. Unabhängig davon, in welchem Land ein Film mit welchen Zwischentiteln gedreht worden war, konnte man ihn in der Stummfilm-Zeit einfach und ohne großen Kostenaufwand für jede beliebige Sprache umarbeiten, indem man die Titelkarten mit ihren Zwischentiteln ersetzte.