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D.R.In München gab es weiterhin das eigene Synchronstudio der deutschen Bavaria. Conrad von Molo, der Produktionsleiter der Risle-Film, machte sich mit der Ala-Film selbstständig, die er später in Como bzw. Aura-Film umbenannte. Letztere hatte künftig eine weitere Niederlassung in Berlin, so dass von Molo, der auch in Remagen ein gefragter Dialogregisseur war und z.B. hervorragende Fassungen von Max-Ophüls-Filmen wie Madame de... und Lola Montès vorlegte, zu den Pendlern des Synchrongewerbes gehörte. Ähnlich gut im Geschäft war Ingeborg Grunewald, die ihre Synchronkarriere 1949/50 startete und mit gediegenen Ergebnissen als Sprecherin, Autorin und Regisseurin über Jahrzehnte zu den gefragten Künstlern gehörte. Sie war z.B. ab 1950 und beginnend mit Ninotschka die deutsche Nachkriegsstimme von Greta Garbo.

Ab Ende der 1950er-Jahre erhielt die Bavaria weitere Konkurrenz durch Studios wie Arri, Aventin, Beta Technik und Riva, vor allem aber durch die Münchner Abteilung der Ultra-Film, die ursprünglich aus München nach Berlin gegangen war. Besonders die Münchner Ultra-Film und ihre Nachfolger Elite GmbH (nicht zu verwechseln mit der Berliner Elite-Film, die 1970 ihre Pforten schloss) und Cineadaption brachten unter dem Produktionsleiter Rudolf Kruschinski, dem Sorgfalt ein Anliegen war, über viele Jahre am laufenden Band Synchronisationen erster Güte auf den deutschen Markt und zeigten damit, dass es zur Qualität keine Alternative gibt. Diesem Motto folgte auch Dr. Gerd Rabanus mit seiner Lingua Film, dem unter vielen hervorragenden Synchronisationen deutsche Fassungen von Shakespeare-Dramen zu verdanken sind.

Einer der gesuchtesten Synchronschaffenden war ab Mitte der 1950er-Jahre Manfred R. Köhler, der als Aufnahmeleiter bei der IFU begonnen hatte und nach Dr. Bergers Tod ihr Produktionsleiter war. Er wurde nach München abgeworben und baute dort zunächst das Synchronstudio Beta Technik auf, ehe er sich mit einem eigenen Synchronstudio, der Cinesonor, selbstständig machte und außerdem Spielfilmregie führte.

In der frühen Nachkriegszeit wurde Synchronarbeit in Westdeutschland ausgezeichnet bezahlt. Bedenkt man, dass 1948 zur Einführung der DM jeder Bürger in den westlichen Zonen und West-Berlin ein so genanntes Kopfgeld von 40 DM erhielt, waren Take-Gagen für die Schauspieler von 5 DM und die Entlohnung für Autoren und Regisseure mit ca. 3.000 DM pro Film beachtlich. Die Preise verfielen aber bald wieder.